Druckversion

Trauung und Ehe

(erstmals veröffentlicht im Gemeindebrief: "Begegnung" 4 / 2001

Theologischer Hintergrund

von Pastor Albert Gerling-Jacobi

Die Ehe ist bei allen Völkern und Religionen, wenn auch mit verschiedener Rechtsordnung, verbreitet. Nach biblischem Verständnis ist die Ehe in der Schöpfung begründet (1. Mose I; Mt. 19,4) und auf Lebenszeit angelegt. Die neutestamentliche Deutung der christlichen Ehe als Abbild der Liebe Christi zu seiner Gemeinde knüpft an die alttestamentliche Vorstellung vom Bund an, den Gott mit seinem Volk schließt.

Bis zum Kulturkampf 1874/75 war die kirchliche Trauung zugleich die zivilrechtliche anerkannte Trauung. Danach wurde die Zivilehe (Standesamt) die rechtlich verbindliche Form, die auch von der evangelischen Kirche anerkannt wurde, d.h. einer kirchlichen Trauung muss die standesamtliche Trauung vorangehen.

Dennoch ist für viele Paare immer noch die kirchliche Trauung der eigentliche Hochzeitstag.

Was geschieht in der christlichen Trauung ?

 

Christen begleiten alle wichtigen Sehritte im Leben mit Gebet und Gottes Wort. Das gilt auch für  den Anfang des Lebens zu zweit. Im Gottesdienst zur Trauung geschehen deshalb vor allem vier Schritte:

  • Verkündigung:
    Abschnitte der Bibel mit Aussagen über das Leben zu zweit werden vorgelesen und erläutert.

  • Versprechen:
    Das Brautpaar bekennt sich vor Gott und der Gemeinde zur Ehe, die im Willen Gottes ihren Grund und Maßstab hat und verspricht einander, sich zu lieben und zu ehren in guten und schlechten Tagen.

  • Fürbitte:
    Die Gemeinde bittet Gott darum, dass er das Brautpaar begleiten möge und ihm Kraft und Liebe schenke.

  • Segen:
    Unter Handauflegung – also körperlich spürbar – wird dem Brautpaar der Segen Gottes zugesprochen. Gott will ihnen die Kraft und Begleitung geben, die sie erbeten haben.

Die Trauung – praktisch: Trauungen in unseren Gemeinden
von Pastor Horst Krüger

Trauungen können in unserer Marien-Kirche und Felicanus-Kirche stattfinden, wenn das Brautpaar oder deren Eltern in unserer Gemeinde wohnen, oder wenn eine/r von ihnen in unserer Kirche getauft oder konfirmiert worden ist. Letzteres gilt auch dann, wenn das Brautpaar nicht mehr in Weyhe wohnt. Vor der Trauung findet ein Traugespräch mit dem Pastor oder der Pastorin statt, in dessen/deren Pfarrbezirk das Brautpaar wohnt.

Das Brautpaar meldet die Trauung möglichst frühzeitig im Kirchenbüro an und bekommt dann die Bestätigung des gewünschten Trautermins. Sollten mehrere Trauungen an einem Tag stattfinden, liegt jeweils eine Stunde dazwischen. Gewöhnlich finden die Trauungen um 15:00 Uhr. 16:00 Uhr oder um 17:00 Uhr statt und dauern etwa eine halbe Stunde. Das Brautpaar sucht sich sein Spruch selber aus. Eine Liste entsprechenden Bibelworten liegen im Kirchenbüro bereit.

Während der Trauung werden zwei oder drei Lieder gesungen, die das Brautpaar auswählt. Sollten darüber hinaus noch besondere Wünsche oder Ideen zur musikalischen Ausgestaltung des Gottesdienstes bestehen, wendet sich das Brautpaar an unsere Kantorin. Die Kirchengemeinde freut sich, wenn die Brautpaare für den Blumenschmuck auf dem Altar selber sorgen. Ein Schmücken der Kirche darüber hinaus ist auch möglich. Unsere Küsterin Frau Lübben in Weyhe und unser Küster Dieter Suhling in Leeste beraten Sie gern. An zwei Sonntagen vor der Trauung wird die Eheschließung im Gottesdienst bekannt gegeben und in das Fürbittengebet der Gemeinde eingeschlossen. An einem der Sonntage sollte das Brautpaar am Gottesdienst teilnehmen. Die im Traugottesdienst gesammelte Kollekte ist in der Regel bestimmt für die Arbeit in unserer Kirchengemeinde. Das Brautpaar bringt das Stammbuch, das es am Tag der standesamtlichen Trauung erhalten hat, mit in die Kirche. In das Stammbuch wird die kirchliche Trauung eingetragen, und es kann etwa 14 Tage nach der Trauung im Kirchenbüro wieder abgeholt werden.